Thomas de Jesus Fernandes: Kita-Öffnungen in MV: Sofortiger Regelbetrieb statt realitätsfernem Stückwerk!

Thomas de Jesus Fernandes: Kita-Öffnungen in MV: Sofortiger Regelbetrieb statt realitätsfernem Stückwerk!

Die Landesregierung hat neue Regelungen für die Wiedereröffnung von Kindertagesstätten getroffen. Dazu erklärt der sozialpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Thomas de Jesus Fernandes:

„Es ist zwar ein Anfang, dass die Erzieher in den Einrichtungen den zu betreuenden Personenkreis wechseln dürfen und so ein Minimum an mehr Flexibilität erhalten, dennoch dürfen die Gruppen aber weiterhin nicht gemischt werden. Das erschwert die Planung für die Einrichtungen enorm. Das Problem: Die meisten Kinder haben unterschiedliche Betreuungszeiten, in der Praxis müssten die Erzieher die Gruppen für den ganzen Tag vorplanen – das funktioniert so aber nicht.

Davon abgesehen existiert dafür auch schlichtweg nicht das nötige Personal. Mecklenburg-Vorpommern hat seit Jahren mit einem der schlechtesten Betreuungsschlüssel in Deutschland und einem akuten Mangel an Erziehern zu kämpfen. Eine vollständige Betreuung ist daher überhaupt nicht möglich. Neben den vielen fleißigen Pflegern, bleiben auch die alleinerziehenden Mütter in diesem Szenario wieder einmal auf der Strecke.

Die Träger haben teilweise immer noch eine Notbetreuung für systemrelevante Berufe und leiden somit unter einer Doppelbelastung. Diese läuft parallel zum Regelbetrieb, welcher jetzt wieder langsam hergestellt werden soll. Eine unlösbare Mehrbelastung für die Kindertagesstätten.

Die Verkündigungen der Landesregierung sind als nichts weiter als bloße Augenwischerei, welche die Realität und Probleme vor Ort absolut verkennen. Das zeigt auch die 10-Stunden-Hortregelung für die Ferienzeit, eine direkte Nachfrage bei den Trägern hätte eine maximal realisierbare Betreuungszeit von 8 Stunden ergeben.

Was wir wirklich brauchen, ist eine vollständige und vollumfängliche Rückkehr zum Normalbetrieb. Diese Rückkehr ist nicht nur wichtig für die arbeitenden Familien, dem fleißigen Kitapersonal und alleinerziehenden Elternteile, sondern auch für unser Land! Wie sonst sollen die Einbußen in Produktion und Konsum wieder ausgeglichen werden, wenn der Arbeitsmarkt schon durch die schwierige Betreuung massiv erschwert wird.

Zwar hat Ministerpräsidentin Schwesig die Kindertagespflege zu einem ihrer Prestigeprojekte erklärt, aber aus einer Politikshow nicht viel geliefert. Was bringt die beitragsfreie Kita, wenn es an allen Enden an Erziehern mangelt und der Betreuungsschlüssel weiterhin zu den schlechtesten Deutschlands gehört?“